Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer der ISA,
 
nach wie vor kämpft die Welt mit der Pandemie-Krise. Die Zahlen der Erkrankten und Toten sind in Europa und Amerika in den letzten Monaten weiter gestiegen. Dagegen hat die Volksrepublik China das COVID 19-Virus seit einiger Zeit besser im Griff – nicht zuletzt aufgrund der sofortigen energischen Maßnahmen, die die chinesische Regierung ergriffen und konsequent durchgesetzt hat. Die Volkswirtschaft Chinas befindet sich inzwischen auf dem Weg der Besserung. Während die meisten Länder der Welt recht tiefe Einbrüche der ökonomischen Entwicklung, eine starke Zunahme von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit sowie Firmenpleiten hinnehmen müssen, hellt sich der konjunkturelle Horizont in China mehr und mehr auf: Für das gesamte Jahr 2020 kann ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts erwartet werden. Davon profitieren vor allem auch die deutschen Unternehmen, die in der Volksrepublik produzieren. Allen voran die deutschen Automobilhersteller, die – wie VW – bis zu 40 Prozent ihrer Umsätze auf dem chinesischen Markt machen. 

Zu begrüßen ist, dass die EU unter der deutschen Ratspräsidentschaft angesichts der Bedeutung Chinas für die Weltwirtschaft gemeinsam mit der chinesischen Regierung Chancen und Probleme der zukünftigen Zusammenarbeit erörtern wird. Bundeskanzlerin Angela Merkel pflegt seit langem ein gutes Verhältnis zu Chinas Führer Xi Jinping. Beide setzen auf den Multilateralismus in unserer globalisierten Welt. Dazu gehört die Ablehnung von nationalen Restriktionen, Handelshemmnissen mit höheren Zöllen oder Kontingenten.

Für die erfolgreiche Bekämpfung der COVID 19-Krise muss die Zusammenarbeit vieler Staaten vordringlich sein. Bei der Erforschung von Impfstoffen und Medikamenten sollten Wissenschaftler, Institute und Organisationen über nationale Grenzen hinweg noch stärker kooperieren, um allen Menschen auf unserer Welt den Zugang zum Schutz gegen das Virus zu ermöglichen. Das ist allemal besser als gegenseitige Schuldzuweisungen oder die Neuauflage einer „beggar my neighbour“-Politik.

Unsere ISA setzt auf die Zusammenarbeit von chinesischen und deutschen Unternehmen aus der Industrie und dem Mittelstand, von Forschung und Wissenschaft. Der Stadt Foshan ist zu danken, dass von ihr dafür die Impulse bereits vor gut vier Jahren ausgingen und inzwischen 27 chinesische und 20 deutsche Städte ein solides Wiin-win-Netzwerk bilden.

Die unternehmerischen Herausforderungen werden in Zukunft größer – vor allem auf den Märkten der Weltwirtschaft. Mit guter partnerschaftlicher Kooperation wie mit der ISA können sie allemal besser gemeistert werden als mit nationalem Egoismus. Das gilt insbesondere für Deutschland mit seinem so großen Exportanteil.

Mit herzlichen Grüßen

 

Friedhelm Ost                            Ernst Schwanhold

Staatssekretär a.D.                  Staatsminister a.D.