ISA-Newsletter - April 2021

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer der ISA,

die Deutschen sind in ihrer Mehrheit fleißig und diszipliniert. Viele wissen aus ihren Betrieben, wie schnell die Welt der Wirtschaft sich wandelt, und sind für Innovationen aufgeschlossen. Wenn es aber darum geht, gut über das eigene Land zu reden, tun wir Deutsche uns sehr schwer. Stattdessen reden wir lieber über die lange Bauzeit des BER oder regen uns auf, wenn Deutschland im weltweiten Impfwettlauf nicht in jeder Phase unter den ersten Fünf liegt.
Bei aller berechtigten Kritik sollten wir die Vorzüge des eigenen Landes nicht unter den Teppich kehren, sondern über sie reden. Die Strahlkraft des "Made in Germany" wirkt fort und sie hilft uns im internationalen Wettbewerb. Sie ist ein wichtiger Grund dafür, dass die wirtschaftsstarke und dynamische Stadt Foshan seinerzeit die Initiative zur Gründung der ISA ergriffen hat: Seither sind 27 starke chinesische Industriestädte diesem Bündnis beigetreten imd arbeiten mit den deutschen Partnern gut zusammen.
 
Für alle, die sich mit dem Selbstlob schwertun, wollen wir heute Stimmen aus China zu Wort kommen lassen und deren positive Sicht auf Deutschland und die deutschen Unternehmen präsentieren:
 
Auch Nationen haben ein Markenimage. Das weltweit fünftgrößte Marktforschungsinstitut Ipsos ermittelt jährlich das Markenimage von 50 Nationen. Dabei landet Deutschland Jahr für Jahr auf einem der ersten Plätze, meist sogar auf Platz eins. Ebenso wichtig wie erfreulich ist: Das weltweit höchste Ansehen genießt Deutschland bei den Chinesen. Hier führt Deutschland in vier von sechs Kategorien die Rangliste an. Insbesondere die Qualität der deutschen Produkte wird in China sehr positiv wahrgenommen und genießt ein hohes Ansehen. Das ist ein Pfund, das auch unserer Arbeit in der ISA zugutekommt.
 
Auf der jüngsten internationalen Automesse in Shanghai, gab es seitens chinesischer Experten großes Lob für die Aufholjagd Deutschlands im Bereich E-Mobilität. 
VW will in diesem Jahr in China mehr als 100.000 E-Autos verkaufen. In den nächsten vier Jahren will der Konzern 15 Mrd. Euro in E-Mobilität in China investieren. Er hofft, damit in zwei bis drei Jahren das China-Geschäft von Tesla zu überholen.
Auch die Nobelmarke Mercedes präsentierte in Shanghai mehrere neue E-Modelle. BMW - nach Expertenmeinung später in die Welt der E-Mobilität gestartet - kündigte in Shanghai an, bis 2025 ein Viertel des China-Umsatzes mit E-Autos erzielen zu wollen und bis 2023 zwölf E-Modelle auf den Markt zu bringen. 
 
Angesichts dessen, dass immer mehr chinesische Städte neue Nummernschilder für die Zulassung nur mehr oder bevorzugt für E-Autos ausgeben, ist dies eine gute Nachricht für die deutschen Autobauer, für China und für Deutschland. Fundierte Studien zeigen, dass die deutschen Autofirmen im vergangenen Jahr dank ihrer guten Geschäfte in China erheblich besser durch die Krise gekommen sind als die Hersteller aus anderen Ländern. Dies ist der gesamten deutschen Wirtschaft im Krisenjahr 2020 sehr zugute gekommen. Es bleibt dabei: Vieles hängt an China. Schon heute wird jedes dritte Auto in der Welt in China verkauft. Für 2021 wird erwartet, dass der chinesische Automarkt um mindestens 6 Prozent wächst, im Bereich Elektroauto sogar um 70 Prozent.
 
Der Direktor der Vereinigung chinesischer Autohändler, Jia Xinguang , kommentierte die Position der deutschen Autobauer wie folgt: In Europa habe man noch vor fünf Jahren gedacht, die Entwicklung von Elektrofahrzeugen sei nicht realistisch. Aber jetzt verlaufe die Wende bei den Unternehmen aus Deutschland sogar schneller als bei jenen aus den USA oder selbst jenen aus Japan und Südkorea.
 
Auch der Generalsekretär der Personenwagenvereinigung, Cui Dongshu, sieht die deutschen Autobauer auf dem Vormarsch: Verglichen mit japanischen, südkoreanischen und amerikanischen Joint Ventures oder internationalen Autoproduzenten seien sie "angriffslustiger" und sie könnten sich dem Trend besser anpassen.
 
Hand aufs Herz: Ist "angriffslustig" das Wort, das Sie in erster Linie mit deutschen Großunternehmen assoziieren würden? Wohl eher nicht. Wieder einmal zeigt sich, dass die internationale  Sicht der Dinge den Blick zu weiten vermag.
 
Liebe ISA-Freunde, 
unser Städtebündnis hat sich in der Pandemie gut geschlagen. Der lebendige und praxisnahe Austausch auf unserer virtuellen Fachtagung am 24. März 2021 war dafür ein weiterer Beleg. Natürlich haben wir davon profitiert, dass China nach schweren Einbrüchen sehr schnell aus der Pandemie herausgefunden hat. In den ersten 3 Monaten diesen Jahres wuchs die Wirtschaft im Vergleich zum 1. Quartal 2020 um 18,3 Prozent. Das Gespräch und der persönliche Austausch sind auch in unserem ISA-Bündnis auf lange Sicht Erfolgsvoraussetzung und "Reward" zugleich. Mit dem Fortschreiten der Impfkampagne in Deutschland rückt dies alles wieder in eine erreichbare Nähe. Wir freuen uns sehr darauf, wir freuen uns auf Sie.
 
Bleiben Sie gesund! 

Herzliche Grüße

Friedhelm Ost                               Ernst Schwanhold
Staatssekretär a.D.                     Staatsminister a.D.

Chinesisch-Deutsche Industriestädteallianz (ISA) lädt Unternehmen als Aussteller auf die „China (Guangdong) International Internet Plus Exposition“ in Foshan ein

Die Chinesisch-Deutsche Industriestädte-allianz (ISA) lädt Unternehmen ein, auf der „China (Guangdong) International Internet Plus Exposition“ auszustellen. Chinas führende Messe für industrielle Vernetzung und digitale Fertigung findet vom 14. bis 17. Juli 2021 in Foshan (Provinz Guangdong, Greater Bay Area) statt.

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Pressemitteilung

Deutsche Experten werden als Fachlehrer nach Ma’anshan entsendet

Anfang April fand die Unterzeichnung eines Fachlehrerausbildungsprojekts zwischen der Fachschule für Industrie Ma'anshan und der F+U Bildungsgruppe statt.
Auf Initiative des Auswärtigen Amtes, der chinesischen ISA-Mitgliedsstadt Ma'anshan, des ISA-Sekretariats und der Chinesisch-Deutschen Industriestädteallianz konnte eine Kooperationsvereinbarung zur Fachlehrer-ausbildung der Fachschule für Industrie Ma'anshan und der chinesischen Tochter-gesellschaft der F+U Bildungsgruppe geschlossen werden. Nach der Pandemie werden deutsche Experten als Fachlehrer nach Ma'anshan entsendet.

Auszeichnung für Foshans Sino-German Industrial Services Zone

Am 2. April wurde das erste Global Promotion Event for Business Investment Attraction und die 2020 China City Investment Attractiveness Index Conference, die von der englisch-sprachigen Zeitung Global Times organisiert wurde, erfolgreich in Peking abgehalten. Auf der Konferenz wurde das Foshan Sanlongwan High-end Innovation Cluster (Foshan Sino-German Industrial Services Zone) mit dem Titel "Top 10 Industrial Parks with the Most Investment Value in 2020" ausgezeichnet.  Wir gratulieren herzlich zu dieser Auszeichnung!

Telefondiplomatie zwischen Peking und Berlin

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat in einem ausführlichen Telefongespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, das Anfang April geführt wurde, seine Hoffnung auf einen weiteren Ausbau der Zusammenarbeit mit der EU und insbesondere mit Deutschland zum Ausdruck gebracht. Er wies dabei darauf hin, neue Möglichkeiten der Kooperation zu nutzen und Herausforderungen zu meistern. Xi Jinping definierte den Schlüssel dazu, entschieden einen Kurs einzuschlagen, der sich an einer strategischen Perspektive und gegenseitigem Respekt orientiert sowie Einmischung ausschließt. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua mahnte er an, die EU solle sich nicht in die Chinapolitik der USA einbinden lassen, sondern müsse unabhängig zu einem korrekten Urteil kommen und eine echte strategische Autonomie erreichen. Die Bundeskanzlerin unterstrich in dem Gespräch die Bedeutung des Dialogs hinsichtlich der gesamten Bandbreite der Beziehungen zu China. Das Telefonat zwischen Peking und Berlin diente vor allem auch zur Vorbereitung der nächsten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen. 

Anlässlich der sechsten deutsch-chinesischen Konsultation unter Leitung von Premierminister Li KeQuiang und der Bundeskanzlerin wies Angela Merkel darauf hin, dass "auch in diesem Jahr eine Vielzahl an Vereinbarungen zwischen den Ressorts geschlossen worden sind." Unter anderem wurden Erklärungen zur stärkeren Kooperation in der Klimaforschung sowie auf den Feldern Klimawandel und nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Im vergangenen Jahr beliefen sich die deutschen Exporte nach China auf fast 96 Mrd. €; damit rangierte die Volksrepublik auf Platz 2 bei den deutschen Ausfuhren. Die Importe aus China betrugen 2020 rund 117 Mrd. €.