ISA-Newsletter - Oktober 2021

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer der ISA,

China strebt auf längere Sicht mehr wirtschaftliche Autarkie an - die deutschen Zeitungen sind voll von Kommentaren dazu. Wie sollen Politik und Wirtschaft bei uns darauf reagieren? Schließlich ist keine Volkswirtshaft dieser Erde so stark mit China verflochten wie die deutsche, Änderungen der chinesischen Wirtschaftspolitik und der Realwirtschaft wirken sich in Deutschland daher besonders schnell und besonders stark aus.
 
Um eine passende Antwort auf diese Frage zu finden, empfiehlt es sich, zu allererst auf die Wirtschaft und deren Reaktion zu schauen: Es gibt in China über 5.000 deutsche Unternehmen, 90 Prozent von ihnen produzieren direkt vor Ort für den chinesischen Markt. Sie können die Lage besonders gut beurteilen und verfügen über ein hohes Maß an " China-Kompetenz". Besonders stark ist die deutsche Wirtschaft in China in der Autoindustrie und der Chemie, aber nach wie vor auch im Maschinenbau, hier insbesondere bei der industriellen Digitalisierung. Festzustellen ist: Über alle Branchen hinweg reagiert die deutsche Wirtschaft maßvoll und pragmatisch. Stärkere Absicherung der Lieferketten, fallweise auch stärkere Diversifizierung - dies alles ist möglich, aber das Interesse an einer Zusammenarbeit mit China ist bei den deutschen Unternehmen ungebrochen. Sie setzen weiterhin auf ihre etablierten Verbindungen und auf die Chancen des chinesischen Marktes mit seinen 1,4 Milliarden Einwohnern, einer breiten und wachsenden Mittelschicht und durchgängig hohem Konsumbedürfnis.
 
Die Politik - gerade auch die neue Bundesregierung, über deren Zustandekommen gerade verhandelt wird - sollte sich diesen Pragmatismus, den der allergrößte Teil der in China agierenden und an China interessierten Unternehmen zeigt, zum Vorbild nehmen und sich nicht von den Medien oder sonstigen Akteuren in eine Entweder-Oder-Position zwischen den USA und China drängen lassen. Dies wäre gleichermaßen schädlich wie unnötig.
 
Die ISA mit ihren 27 starken chinesischen Mitgliedsstädten ist ein Beispiel für Vernunft und Pragmatismus auf beiden Seiten. Sie steht unseren Unternehmen auch in Zukunft als Türöffner zur Verfügung, um die Chancen des chinesischen Marktes noch besser zu nutzen und eine Win-Win-Situation mit unseren chinesischen Partnern zu schaffen.
 
Die Generalsekretärin der ISA, Frau Liu, hat unterstrichen, dass unsere chinesischen Partner weiterhin voll auf unser Städtebündnis setzen. dass sie die Kontakte auch in schwierigen Coronazeiten aufrechterhalten und für die Zeit danach das große Potential der ISA voll ausschöpfen wollen.
 
Wir senden herzliche Grüße, bleiben Sie gesund.
  

Friedhelm Ost                               Ernst Schwanhold
Staatssekretär a.D.                      Staatsminister a.D.

10. Plenarversammlung der Chinesisch-Deutschen Industriestädteallianz

Um die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsstädten der Allianz zu stärken, fand am 15. Oktober in Foshan die 10. Plenarversammlung der Chinesisch-Deutschen Industriestädteallianz statt. Insgesamt nahmen mehr als 100 Vertreter der chinesischen und deutschen Mitgliedsstädte sowie der Beiräte an der Versammlung teil.

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Canru Zheng, Vizepräsident der Politischen Konsultativkonferenz der Stadt Foshan, sagte in seiner Rede, dass die Plenar-versammlung nicht nur ein jährliches Treffen chinesischer und deutscher Städte sei, sondern auch eine Plattform für gegenseitigen Austausch und des Lernens. Als ISA-Sekretariat wird Foshan die große Chance des Aufbaus der Guangdong-Hongkong-Macao Bay Area und der „Belt and Road Initiative“ nutzen, mit allen Beiräten und den Mitgliedsstädten zusammenarbeiten, eng kommunizieren und mehr tun, um die Allianz als Modellplattform für die deutsch-chinesische lokale Zusammenarbeit zu fördern, eine synergetische Entwicklung der Mitgliedsstädte zu erreichen und neue Beiträge zur Gesamtentwicklung der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit zu leisten. 

Jan Kühn von Burgsdorff, Amtierender Generalkonsul des deutschen General-konsulates in Kanton, meinte, dass die Chinesisch-Deutsche Industriestädteallianz ein Beispiel für gelebte Freundschaft und Kooperation zwischen Deutschland und China sei. Im Namen der Bundesregierung sprach er der Stadt Foshan seine Anerkennung und seine Glückwünsche für das aus, was sie im Rahmen dieser Freundschaft und Partnerschaft mit Deutschland bereits erreicht haben. Er hoffe, dass die Allianz mit ihrem bemerkenswerten Engagement nicht nur dem Wohlstand beider Länder diene, sondern auch einen konkreten Beitrag zu Verständigung und Frieden leisten.

Xingliang Feng, Repräsentant der NRW.Global Business China/Beijing & Guangzhou, sagte, dass Nordrhein-Westfalen das Bundesland mit den meisten deutschen ISA-Mitgliedsstädten sei.
NRW.Global Business habe die Höhepunkte der Allianz von der Gründung bis zur Erweiterung des „Freundeskreises“ miterlebt, die Allianz auf dem Weg zur Steigerung ihres Einflusses begleitet und sei mit ihr gewachsen. NRW.Global Business wird auch in Zukunft die Vernetzung und Marktentwicklung von Unternehmen, insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen in den Städten der ISA fördern, so Xingliang Feng.

Martin Klose, Delegierter der Deutschen Wirtschaft/Delegation der Deutschen Wirtschaft – Kanton (Guangzhou),betonte, dass Foshan schon immer ein wichtiger Wirtschafts- und Handelspartner für Deutschland gewesen sei und viele deutsche Unternehmen in Foshan investiert und Fabriken errichtet hätten. Die 47 Mitgliedsstädte der ISA ermöglichen den Städten Chinas und Deutschlands einen breit gefächerten Austausch in verschiedenen Bereichen. Deutschland kann China auch einige Lektionen in den Bereichen „duale Ausbildung“ und grüne Wirtschaft beibringen, so Martin Klose. Der Austausch zwischen Deutschland und China werde auch in Zukunft stetig und gewinnbringend sein.

In seiner Rede erinnerte Staatssekretär a. D. Friedhelm Ost, Leiter der deutschen Kontaktstelle der ISA, an die Geschichte der Zusammenarbeit zwischen den Städten des Bündnisses und an die herzerwärmenden Momente gegenseitiger Hilfe in den Anfängen der Epidemie. Aus den Treffen bei verschiedenen Veranstaltungen und den persönlichen Begegnungen der letzten Jahre sei eine echte Allianz, ein festes Bündnis, geworden. Daraus erwuchsen gute Chancen für Kooperationen von chinesischen und deutschen Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstituten, so Friedhelm Ost. Die ISA sei eine hervorragende Basis für ein freundschaftliches Miteinander. Er hoffe, dass die Mitgliedsstädte ihre Solidarität und Zusammenarbeit weiter stärken werden.

Yi Liu, Generalsekretärin der ISA, wies in ihrem Arbeitsbericht darauf hin, dass die Allianz in den vergangenen fünf Jahren viel zur Verbesserung zum Aufbau eines Netzwerks, zur Schaffung einer guten Atmosphäre und Förderung der Zusammen-arbeit beigetragen hat. Die Allianz sei zu einem repräsentativen Kooperationsmechanis-smus und einer Plattform für den Dialog sowie des Austauschs zwischen den Kommunal-verwaltungen und Industrie u. Business-Parks beider Länder geworden. In der Zukunft wird das Sekretariat der Allianz weiterhin Aktivitäten und Kooperationen zwischen China und Deutschland umsetzen und nach mehr Möglichkeiten für Unternehmen beider Länder suchen, um Investitionen und Zusammenarbeit zu verstärken; das Sekretariat wird weiterhin Forschungsberichte über die chinesisch-deutsche kommunale Zusammenarbeit erstellen und professionelle Beratung und Referenzen für die Zusammenarbeit zwischen Städten, Industrien und Unternehmen in China und Deutschland bereitstellen; eingehende Untersuchungen über den Kooperationsbedarf von Städten mit Deutschland durchführen, gezielte Dienstleistungen für Unternehmen für die externe Zusammenarbeit bereitstellen und die chinesisch-deutsche Zusammenarbeit in den Bereichen neue Mobilität, intelligente Fertigung, grüne Entwicklung, Digitalisierung und anderen aufstrebenden Branchen fördern.

Am selben Tag wurde auch das Projekt Sino-German Industry 4.0 Learning Platform (LP 4.0) gestartet. Das LP 4.0 Projekt ist ein Kooperationsprojekt zwischen Regierung und Unternehmen. Es wurde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ins Leben gerufen und wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt. Ziel ist es, die digitale Transformation von Unternehmen zu beschleunigen, indem eine interaktive Lernplattform für die Industrie 4.0 entwickelt und gefördert wird. Sie kombiniert Online- und Offline-Schulungen, um Mitarbeiter in die Lage zu versetzen, sich an ein zunehmend digitales Produktionsumfeld anzupassen. Die GIZ hat als Beirat der Allianz eine gute Basis für die Zusammenarbeit mit der Allianz. Nach Vorgesprächen wurde Foshan, die einzige Pilotstadt in China für eine umfassende Reform der Umwandlung und Modernisierung des verarbeitenden Gewerbes, als Pilotstadt für das Projekt in Südchina ausgewählt.

Auf der Versammlung der Allianz veröffentlichte Dr. Song Yang von der BFSU Graduiertenkolleg Foshan den Forschungs-bericht „Markenbilder in der Chinesisch-Deutschen Unternehmenszusammenarbeit: Entwicklung und Zustand“, der chinesischen und deutschen Unternehmen Anhaltspunkte für eine bessere Erschließung von Über-seemärkten bietet. Dies ist der dritte jährliche thematische Forschungsbericht über die deutsch-chinesische kommunale Wirtschaftskooperation, der von der Allianz in Zusammenarbeit mit der Fremdsprachenuniversität Beijing (BFSU) durchgeführt wird. 

Am Vormittag besuchten die chinesischen Mitgliedsstädte das Unternehmen Foxconn Internet. Nach dem Firmenbesuch fand eine Schulung zum Thema „Wie die lokalen Regierungen die Zusammenarbeit mit Deutschland fördern“ statt, die von Herrn Ingo Xu, Geschäftsführer der AHK Guangzhou, präsentiert wurde. Im Anschluss an die Plenarversammlung fand die Eröffnung der zweiten Chinesisch-Europäischen Kultur-woche statt. 

Freudenberg Filtration Technologies (FFT) eröffnet neue Fabrik in Foshan

Mit einer Gesamtinvestition von rund 50 Millionen Euro und einer Grundfläche von 65.000 Quadratmetern ist das Werk die weltweit größte Filterproduktion des Unternehmens. In dem neuen globalen Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionszentrum werden unter anderem Filter für Raumluftreiniger hergestellt.
Gründe für die Investition sind das zunehmende Gesundheitsbewusstsein und die steigende Nachfrage nach Lösungen für die Luft- und Wasserreinigung. „China ist ein strategischer Markt für Freudenberg. Viele unserer Kunden sind hier ansässig und es ist wichtig, dass wir in deren Nähe sind“, so Dr. Mohsen Sohi, CEO der Freudenberg-Gruppe.

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Nächste ISA-Fachtagung der Chinesisch-Deutschen Industriestädteallianz im Rhein-Kreis Neuss

Unsere nächste ISA-Fachtagung der Wirtschaftsförderungen und Beiräte findet am Dienstag, den 30. November 2021, von 14:00-17:00 Uhr in Neuss statt.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: isa@pks-gmbh.net
 

AHK China organisiert weitere Charterflüge

Bereits im Sommer hat die die AHK Greater China  Charterflüge zwischen China und Deutschland erfolgreich durchgeführt. Weitere Flüge will sie im Herbst/ Winter 2021/22, jeweils im November und Januar durchführen. Was Ihr Unternehmen beachten muss, wenn es so einen Flug anmelden möchte, lesen Sie hier: Link