ISA - Newsletter - September 2020

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer der ISA,
 
kein Land hat jemals das Ausland so stark an seinem wirtschaftlichen Aufschwung partizi-pieren lassen wie China. Dies ist allen zugutegekommen: China selbst, aber auch den kooperierenden Ländern und ihrer Wirtschaft. Deutschland hat von dieser Zusammen-arbeit in besonderem Maße profitiert und profitiert davon auch weiterhin.
 
Diesen Weg der Zusammenarbeit sollten wir im Interesse aller weitergehen und dabei neue Entwicklungen integrieren. Präsident Xi Jinping hat jüngst bei der Videokonferenz China-EU nochmals seine Bereitschaft zum Multilateralismus bekundet.
 
Die Künstliche Intelligenz (KI) könnte ein Feld sein, auf dem sich die Zusammenarbeit – auch innerhalb der ISA – lohnt. Spezifische Assets, die Deutschland und China im Bereich KI aufweisen, können sich ausgezeichnet ergänzen und gute Kooperationen eröffnen.
 
China hat für die Entwicklung von KI ein ambitioniertes Investitionsprogramm beschlossen. Es ist auf sechs Jahre ausgelegt und mit einem Finanzvolumen von
1,4 Billionen US-Dollar ausgestattet. Bis 2025 soll damit zum Beispiel die digitale Vernetzung der Industrie wesentlich vorangetrieben werden. China verfügt über eine Reihe von Schlüsselressourcen, um seine Ziele im Bereich KI zu erreichen: große Datenmengen, Unternehmen, Talente, Forschung und Kapital. In einigen Feldern gibt es nach Meinung von Experten jedoch noch Defizite, etwa bei der Diversität der KI-Projekte und bei komplexen Algorithmen.
 
Deutschland hat insbesondere im B2B-Bereich der Künstlichen Intelligenz einiges zu bieten, was gut zu den geschilderten Wirtschaftszielen Chinas passt. Aber auch wir haben Defizite und brauchen Entwicklungspartner, um international nicht ins Hintertreffen zu geraten und das Potential von KI künftig besser zu nutzen. China sollte einer dieser Entwicklungspartner sein und eine wichtige Rolle einnehmen. 
 
Laut einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums könnte allein das produzierende Gewerbe in Deutschland mit Hilfe von KI schon bis 2023 eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von 30 Milliarden Euro erzielen. Durch die Coronakrise mag sich der Zeithorizont 2023 verlängern, es bleibt aber die enorme quantitative Dimension der Verbesserung, der Entwicklungssprung, den KI bewirken kann. Es werden ganz neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungen entstehen, die neue Marktchancen eröffnen.
 
Wir sollten innerhalb der ISA die Entwicklung genau beobachten und gemeinsam überlegen, welche spezifischen Branchen, Problemstellungen und Projekte sich bei Wahrung der beiderseitigen Belange innerhalb unseres Städtebündnisses für eine Zusammenarbeit im Bereich KI anbieten. Vielversprechend erscheint der Bereich des Gesundheitswesens. Hier ergeben sich in der Diagnostik durch die Auswertung medizinischer Daten (insbesondere Auswertung der medizinischen Bildgebung, an der China besonders interessiert ist) mit Hilfe von KI ganz neue Möglichkeiten. Bei der medizinischen Behandlung werden unter anderem präzisere und stärker personalisierte Therapiekonzepte möglich. Der Einsatz von Robotern im Bereich der Chirurgie und der Pflege sowie der große Bereich der Telemedizin stehen ebenfalls im Fokus der chinesischen KI-Konzepte.
Wir sind auch bei diesem Thema dankbar für Ihre Anregungen und grüßen Sie herzlich aus Berlin.

 

Friedhelm Ost                                  Ernst Schwanhold

Staatssekretär a.D.                        Staatsminister a.D.

9. Plenarversammlung der ISA am 16. Oktober 2020 in Hannover

Teilnahme auch via Zoom-Konferenz möglich

Traditionell treffen sich die chinesischen und deutschen Mitgliedsstädte der Chinesisch-Deutschen Industriestädteallianz (ISA), jeweils m Herbst zur Plenarversammlung. Auch in diesem von der Pandemie geprägten Jahr wird das Treffen, wenn auch unter veränderten Bedingungen stattfinden können. Die deutschen Städtevertreter, Wirtschaftsförderer und Beiräte sind eingeladen, am Freitag, den 16. Oktober, von 9:00 bis 11:00 Uhr in Hannover 
zusammenzukommen und dort gemeinsam – unter Wahrung der Abstands- und Hygieneregeln – zu tagen. Per Video wird Hannover mit der Tagung der chinesischen Städte in China verknüpft, sodass wir uns nach langer Zeit wiedersehen und über die nächsten Schritte beraten können. Wer nicht nach Hannover reisen darf oder möchte, kann sich auch virtuell dazu schalten. Die Tagesordnung (im Anhang) hält interessante Themen bereit, so stellen sich z.B. die vier neuen chinesischen Mitgliedsstädte (Huzhou (Provinz Zheijang), Xuchang (Provinz Henan), Luoyang (Provinz Henan) und Baoding (Provinz Hebei)) vor und es wird um neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen der beiden Länder gehen. Die Anmeldung zur Plenarversammlung sollte bis zum 9. Oktober erfolgen (Anmeldung bitte per E-Mail an isa@pks-gmbh.net). 

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CIPA und ISA: Erfolgreiche Plattformen für chinesisch-deutsche Kooperationen

Die China International Investment Promo-tion Agency (CIPA) und Vertreter der Chinesisch-Deutschen Industriestädte-allianz (ISA) trafen sich am 24. September zu einem Austausch über mögliche künftige Kooperationen zwischen China und Deutschland. 
Xaojun Xu, Direktor der CIPA, hatte dazu in die Räumlichkeiten der CIPA nach Frankfurt eingeladen. Qiang Rong, Chef-Repräsentant der Stadt Foshan und Stellvertretender Generalsekretär der ISA, begrüßte die Teilnehmer und führte durch das Programm. Staatssekretär a.D. Friedhelm Ost gab einen Bericht über die Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen der Volksrepublik China und der EU nach der Konferenz am 14. September.
Organisiert wurde der Austausch als Hybridveranstaltung, bei der einige Teilnehmer in den Räumen der CIPA anwesend waren, während sich andere per Videokonferenz zuschalteten.

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Foshan Greater Bay Area in 90 Minuten

Die Foshan Sino-German Industrial Service Zone und die AHK China/Guangzhou hatten am 23. September zu einem Online-Seminar über die Möglichkeiten im Sanglowan Innovation Cluster und die Robotik und intelligente Fertigungsindustrie in der Greater Bay Area eingeladen. Die Greater Bay Area, einschließlich des Perlflussdeltas, Hongkong und Macao, bietet viele Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen. Mit rund 70 Mio. Einwohnern und Marktzugang zu 1,3 Mrd. Kunden in China wird das Gebiet weiter-wachsen. Die Stadt Foshan im Perlflussdelta hat sich zu einem der führenden Industrie-zentren Chinas entwickelt und verfügt über eine starke Produktionsbasis. 2018 erreichte hier die Industrieproduktion einen Gesamtwert von 2,1 Billionen CNY (rund 255 Milliarden EUR). Sanlongwan Innovation Cluster, früher als deutsch-chinesische Industriedienst-leistungszone bezeichnet, ist die technologisch intensivste Region in Foshan und umfasst drei Distrikte. Heute dient sie als innovationsorientierte Basis für die technologische Modernisierung der Stadt und den globalen Marktzugang. 

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Mönchengladbach und der Kreis Düren wollen Mitglieder der ISA werden

Am 20. August besuchte Qiang Rong, stellvertretender Generalsekretär der ISA und Chefrepräsentant der Stadt Foshan die Wirtschaftsförderungsgesellschaft von Mönchengladbach. David Bongartz, Prokurist der WFMG, präsentierte Mönchengladbach als innovativen Standort mit überregionalem Marktpotential. Auch Borussia Mönchengladbach war ein Thema, denn auch Foshan verfolgt das Ziel zu Spitzenleistungen im Fußball.
Am 31. August hatte der Landrat des Kreis Düren, Wolfgang Spelthahn nach Düren eingeladen. Der Kreis Düren verfügt über das größte Forschungszentrum Europas, die Forschungsgruppe Jülich, hat eine starke Fachhochschule an der hunderte chinesische Studentinnen und Studenten jährlich ihr Studium absolvieren und führt in Gemeinschaft mit der  RWTH Aachen zur Zeit Projekte zur Mobilität durch. Der Landrat hofft durch die Mitgliedschaft in der ISA neue zukunftsweisende Partnerschaften und Kooperationen für den Kreis Düren aufbauen zu können. Neben Qiang Rong nahmen auch Staatssekretär a.D. Friedhelm Ost und Rechtsanwalt Claus Brockhaus an dem Treffen teil.

Die Hälfte des globalen Wachstums findet im nächsten Jahr wahrscheinlich in China statt

In einem Interview mit dem Fernsehsender ntv (30.8.2020) bemerkte der Botschafter Großbritanniens, Sebastian Wood, der zuvor Botschafter in China war, zur deutschen China-Politik: „Ich finde, dass die deutsche Politik gegenüber China der britischen sehr ähnlich ist....Wir wissen auch, dass China eine großartige Zivilisation ist und vielleicht die größte Volkswirtschaft der Welt geworden ist. Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass nächstes Jahr die Hälfte des globalen Wachstums in China passieren wird. Also mehr als in Europa, in den Vereinigten Staaten, in Japan zusammen! Das können wir nicht ignorieren. Und deshalb glaubt die britische Regierung wie die in Deutschland, dass der Versuch, uns irgendwie von China zu entkoppeln, keine gute Idee wäre. Dann hätten wir keinen Einfluss mehr. Die Idee eines kalten Krieges mit China finde ich persönlich fast verrückt. Das würde niemandem gut tun.“