ISA-Newsletter September 2021

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer der ISA,

die neue Bundesregierung wird, welche Parteien sie auch immer bilden werden, vor großen wirtschaftlichen und außenpolitischen Herausforderungen stehen. Eine davon wird es sein, die richtige Positionierung gegenüber China in einem zunehmend konfliktbeladenen und von Rivalitäten geprägten globalen Umfeld zu finden.
Diese Positionierung vollzog sich in der Vergangenheit meist zwischen den Polen einer sogenannten wertgebundenen Politik und einer Interessenpolitik. Es scheint, als hätten deutsche Regierungen am Beginn ihrer Amtszeit eher die Werteposition betont und mit zunehmender Erfahrung zu mehr Pragmatismus und entsprechender Berücksichtigung der deutschen Wirtschaftsinteressen gefunden. Die Entscheidung zwischen diesen Polen auszutarieren, ist Sache der Politik. Aus der Sicht der Wirtschaft scheint es jedoch angebracht, vor der beobachtbaren Tendenz zu einem fundamentalistischen Entweder-Oder zu warnen: Sie könnte Deutschland in mehrfacher Hinsicht schaden, unsere gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen beeinträchtigen, die Geltung europäischer Werte in der Welt keinen Schritt weiterbringen und die Chancen auf eine enge Zusammenarbeit auf essenziell wichtigen Feldern wie zum Beispiel bei der Klimapolitik schmälern. Bundeskanzlerin Angela Merkel war zwölf Mal zu Besuch in China. Insider wissen, dass sie dabei nicht nur für die deutsche Wirtschaft viel erreicht hat. Man kann unterschiedliche Ziele miteinander vereinbaren, auch wenn das nicht leicht ist. Wichtig war dafür das Vertrauen, das Merkel zum chinesischen Präsidenten aufgebaut und gepflegt hat. 
Politische Entscheidungen werden vom gesellschaftlichen Umfeld und von den Medien beeinflusst. Das undifferenzierte und zunehmende "China Bashing" mancher unserer Medien muss deshalb gerade den deutschen Unternehmen, die in China aktiv sind, Sorge bereiten. Die Möglichkeit Kritik zu üben, gehört fundamental zu unserem System. Es geht nicht darum, eine unkritische Haltung zu propagieren. Natürlich gibt es im deutsch-chinesischen Verhältnis und in den Beziehungen zwischen der EU und China manches zu verbessern. Und selbstverständlich wünscht man sich noch bessere Bedingungen für ausländische Marktteilnehmer und Investoren in China, auch wenn hier schon einiges geschehen ist.
Aber "China Bashing" wird weder der Volksrepublik China noch der Bedeutung der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit gerecht. Oft genug wird mit ungleichem Maßstab gemessen: Schutzmaßnahmen zugunsten der eigenen Unternehmen gibt es in unterschiedlichem Ausmaß auch in anderen Ländern, nur wird seltener darüber berichtet. Und ein zweites Beispiel zeigt: Wenn bei uns in Deutschland außenwirtschaftliche Beschränkungen eingeführt werden, um Zukunftstechnologien und Sicherheitsinteressen zu schützen, gilt dies als umsichtig. Gibt China das Ziel aus, technologisch eigenständiger zu werden, gilt dies so manchem Medienvertreter als schiere Perfidie gegenüber westlichen Unternehmen und ihren Geschäftsinteressen. 
Kritik muss jederzeit möglich sein, aber Pauschalkritik, die reflexartig jeder, aber wirklich jeder Berichterstattung über China hinzugefügt wird, wird weder unserer engen wirtschaftlichen Verflechtung gerecht noch der Notwendigkeit, bei globalen Herausforderungen enger denn je zusammenzuarbeiten. Nicht zuletzt wird sie der Lebensrealität und der großen Vielfalt dieses Landes und seiner Menschen nicht gerecht. Denn Chinas Präsident Xi Jinping hat sich immer wieder für den Multilateralismus und eine gute Kooperation eingesetzt. Unsere ISA ist gewiss ein positives Beispiel dafür, dass  27 chinesische und 21 deutsche Mitgliedsstädte win-win-Erfolge erzielen.
Es ist an der Zeit, unsere China-Kompetenz auch in Zukunft zu erweitern. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit, aber vor allem auch der kulturelle Austausch können und müssen dazu beitragen, dass unsere Vorstellungen von diesem fernen Land China, dessen Sprache für uns so schwer zugänglich ist, nicht zum Klischee degenerieren.
  
Mit herzlichen Grüßen

 

Friedhelm Ost                         Ernst Schwanhold
Staatssekretär a.D.               Staatsminister a.D.

Save the Date: 10. ISA-Plenarversammlung

Am 15. Oktober 2021 findet die 10. ISA-Plenarversammlung statt. 
Wie im vergangenen Jahr auch, werden sich die deutschen Städte per Zoom zum Meeting der Mitgliedsstädte dazuschalten.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:  isa@pks-gmbh.net

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Verbesserte deutsch-chinesische Seewegverbindung

Die chinesische Staatsreederei Cosco hat jetzt rund 35 Prozent am Terminal Tollerort des Hamburger Hafens übernommen. Diese Beteiligung wird zu einer weiteren Intensivierung und Verbesserung des Warenverkehrs zwischen China und Deutschland beitragen.

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Chinas Dekarbonisierungs-Botschaft

China wird in Zukunft keine neuen Kohlekraftwerke mehr im Ausland errichten. Für deutsche Unternehmen, die mit chinesischen Partnern umwelt- und klimaschonende Projekte in Drittländern gemeinsam realisieren wollen, bieten sich große Chancen. Die Chinesisch-Deutsche Industriestädteallianz (ISA) hat ihre Mitgliedsstädte im Rahmen einer Fachveranstaltung über Chancen von Umwelttechnologien in China informiert.

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Neue Welle 2021: Zukunftsbild der Intelligenten Fertigung in China und Deutschland

Die neue ISA Broschüre ist da. Neben dem thematischen Schwerpunkt "Zukunftsbild der Intelligenten Fertigung" finden Sie hier auch Beiträge/Interviews und viele Informationen aus unseren deutschen Mitgliedsstädten Hamburg, Wuppertal, Ingolstadt, Aachen, Solingen, Raunheim und Göttingen. 

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China – NRW: Startups und Innovation 2021

Die IHK Köln und NRW.GLOBAL BUSINESS laden vom 1. bis 3. Dezember zu einer digitalen Reise ein, um Startups aus dem Hightech- und IT-Bereich sowie KMU aus NRW einen Überblick über die Innovations-landschaft in China zu bieten. 
Im Fokus stehen Einblicke in die neuesten Entwicklungen der chinesischen Startup-Szene und Kontakte zu potenziellen chinesischen Geschäftspartnern über Business Pitches und Besuche von Technologie- und Gründerzentren. Auch die Teilnahme an Fachforen der gleichzeitig in Shenzhen stattfindenden „Xceleration Days – Future Proof by Innovation“, der größten deutsch-chinesischen Präsenzveranstaltung in diesem Jahr, organisiert von der AHK Greater China, ist möglich.

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Studie: Gesundheitsmarkt China. Arzneimittel und  medizinische Biotechnologie

Chinas Gesundheitsmarkt ist einer der größten der Welt. Die Nachfrage nach innovativen Medikamenten und Diagnostika aber auch konventionellen Mitteln und Generika wächst stetig. Auch deutsche Produkte sind in China sehr gefragt. Komplexe Zulassungsverfahren, strikte Regelungen zur Preissetzung und zum Vertrieb, machen den Einstieg in den chine-sischen Markt für deutsche Hersteller aber nicht gerade einfach.
Die von der der GTAI herausgegebene Studie beschreibt die wichtigsten Aspekte des Markt-zugangs für Arzneimittel und Biopharmazeu-tika, führt in die Geschäftskultur Chinas ein, gibt Empfehlungen für die erfolgreiche Marktbearbeitung und informiert zu zentralen lokalen Partnern.

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Umfrage von CNBW und PwC: Unternehmen bauen  Aktivitäten in China aus

Ein Großteil der Unternehmen aus Baden-Württemberg will seine Aktivitäten in China ausbauen, das ergab eine Umfrage, die das China Netzwerk Baden-Württemberg (CNBW) und die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC mit Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg durchgeführt haben.

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